Mathe für Strickbegeisterte # 1 Maschenprobe

Hilke Stricken

Heute will ich euch zeigen, wie man ein Strickmuster auf verschiedene Arten von Wolle umrechnet.

Ich werde oft gefragt wie man ein Muster abändern kann, damit man es mit dickerer Wolle stricken kann, anstatt mit 4-fädiger Sockenwolle (oder andersrum) und die Antwort ist einfach:

MIT MATHE. 😀

Das funktioniert nicht für alle Strickmuster, aber es funktioniert sehr gut für einfache Socken ohne viel Design oder Muster (Zöpfe, Lochmuster etc).
Ich zeige dir das Ganze an einem Beispiel. Mein bewährtes Sockenmuster ist für ein 4-fädiges Sockengarn (40 Reihen und 30 Maschen ergeben 10 cm) konzipiert. Ich weiß aus Erfahrung, dass 15 Maschen pro Nadel Socken in der Größe 37 ergeben.
Jetzt möchte ich das gleiche Strickmuster benutzen um Socken aus einer etwas dickeren Wolle (28 Reihen und 20 Maschen ergeben 10 cm) zu stricken. Um auszurechnen, wie viele Maschen ich dazu anschlagen muss, benutze ich die Maschenprobe.

Da in der dickeren Wolle 20 Maschen = 10 cm und in der Sockenwolle 30 Maschen = 10 cm gilt, brauche ich nur 20/30 = 2/3 der Anzahl der Maschen um die gleiche Sockengröße zu stricken.
In diesem Fall würde ich also 15*2/3 = 10 Maschen pro Nadel anschlagen um Socken in der Größe 37 zu stricken.

Ich benutze außerdem die empfohlende Nadelgröße für die Wolle (4 mm), bisher hat das bei mir sehr gute Ergebnisse gebracht. Falls deine neue Maschenanzahl keine ganze Zahl ist, zB. 13,45 Maschen pro Nadel, dann kannst du entweder 13 Maschen mit etwas größeren Nadeln oder 14 Maschen mit etwas kleineren Nadeln stricken.

Etwas anderes, was sehr hilfreich sein kann, ist die Maschenprobe zu testen, in dem du ein kleines Teststück strickst. Die Angaben auf der Banderole sind nur Durchschnittswerte und, da jeder unterschiedlich strickt, kann dir dies dabei helfen eine noch bessere Passform zu erreichen.

Normalerweise sollte der Rest des Strickmusters, sobald du die Maschenanzahl, die du anschlagen musst, gefunden hast, automatisch daraus folgen. Die meisten Anleitungen geben dir allgemeine Tips, z.B. wie du die Anzahl der Fersenmaschen berechnest, wie oft du bei welcher Maschenanzahl wo abnehmen musst etc.

In einigen Fällen musst du allerdings auch den Rest des Musters anpassen. In meinen Strickmustern stricke ich normalerweise eine Ferse, die in drei Teile eingeteilt wird, das ist also ziemlich einfach aus der Gesamtanzahl der Maschen zu berechnen. (In meinem Beispiel teile ich die 20 Fersenmaschen in drei Teile aus 6-8-6 Maschen auf.)

Für den Spickel nehme ich normalerweise in jeder 3.Runde ab, aber bei dicker Wolle würde ich stattdessen in jeder 2.Runde abnehmen. Ansonsten würde der Spickel zu lang werden.

Für die Spitze nehme ich normalerweise erst in jeder 4.Runde, dann in jeder 3.Runde, in jeder 2.Runde und zum Schluss in jeder Runde ab. Bei dickerer Wolle würde ich aber direkt in jeder 3.Runde (statt in jeder 4.Runde), dann in jeder 2.Runde und abschließend öfters in jeder Runde abnehmen, da die Spitze ansonsten (ähnliche wie der Spickel) zu lang werden würde.

Falls du Toe-Up Socken strickst, kannst du ein Drittel der Gesamtanzahl der Maschen anschlagen und dann in jeder Runde (und später ein paar Mal in jeder zweiten Runde) zunehmen.

Aber: das hier ist keine Wissenschaft!

 

Es gibt alle möglichen Sockenspitzen, probier also einfach aus was für dich am besten funktioniert und schreibe es dir danach auf (so dass du es beim nächsten Mal noch weißt 😀 ).

Ich hoffe der Beitrag war für dich hilfreich, bis bald!